EIN GRUSS VOM HIMMEL

Ich wohne in einem kleinen Bauerndorf. Eines Tages steht von mir aus gut sichtbar ein Wohnwagen mitten im Dorf. Bald werde ich von Nachbarn aufgeklärt, dass dies der Sohn einer Nachbarin ist. Seine Frau ist vor einigen Jahren gestorben und nun ist er mit den Zwillingsbuben alleine, eben oft unterwegs und ohne festen Wohnsitz.

Gott legt mir auf das Herz, diesen drei Männern zu Ostern ein finanzielles Zeichen der Liebe Gottes zu setzen. Anonym!

Ein Wohnwagen auf drei Seiten freistehend, ohne Briefkasten, an der Strasse und mitten in einem Dorf voller Augen. Wie nur soll das geschehen? Als erstes versuche ich von der Seite ranzukommen, wo ein Bauernhaus angrenzt, mit dessen Bewohnern ich regen Kontakt habe. Ich besuche sie und plane einen Schwenker zum Wohnwagen. Aber leider haben sie einen bellenden Hund und deshalb den Weg zum Wohnwagen abgezäunt. Darüber zu steigen wäre zu auffällig! Eines Abends starte ich einen weiteren Versuch. Es ist dunkel und im Wohnwagen brennt Licht. Gerade, als ich das Couvert ankleben will, beginnt es recht heftig zu regnen. Unter diesen Umständen würde das Geld vollständig aufgeweicht werden. So entschliesse ich mich zurück zu gehen und den Brief in ein Plastik zu stecken. Ich nehme einen neuen Anlauf mit Erfolg!

Monate später, der Wohnwagen hat das Dorf schon längst wieder verlassen, bin ich am Erdbeeren pflücken. Ich bekomme den Eindruck, ich solle dieser Nachbarin Erdbeeren bringen. Nun erzählt sie mir von sich und ihrer Familie, unter anderem Folgendes: "Meine Enkelkinder sind vor einigen Wochen jubelnd zu mir gerannt gekommen mit einem Brief und einer Geldnote. Im Brief stand: Ein Gruss vom Himmel! "Grossmuetti, isch ächt das vo üsem Muetti im Himmu?"

Ihr Sohn habe durch den Glauben aus der Alkoholsucht herausgefunden. Er habe ihr schon oft solche Versorgungserlebnisse von Gott erzählt. Aber dies nun selber mitzuerleben sei schon ganz speziell für sie. Dass es noch solche Leute gäbe, hier im Dorf, die es gut meinen.

Natürlich habe ich mich mitgefreut und keine Miene verzogen.

April 2009


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