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ZWIEGESPRÄCH
Ich in der Stadt, um für Seder Dekoration zu besorgen und möchte den Mittagszug nicht verpassen. Da wird mir von einem Mann freundlich die „Arbeitslosen“ angeboten. Eilig unterwegs, lehne ich deutlich ab. Meine Gedanken beginnen zu fechten: Ist es richtig, dass Du Geld für dich ausgibst und da ist jemand, der sich vielleicht nicht einmal einen Kaffee leisten kann? Aber ich habe doch diesen Gutschein zu Weihnachten bekommen mit der Auflage, mir eine Freude zu gönnen. Muss ich als Christ immer alles teilen? Im Geschäft angelangt suche ich meine Artikel zusammen und stelle an der Kasse fest, dass heute alles 10 % billiger ist. Unverhofft bin ich im Besitz von 5 Fr. Damit gehe ich zielstrebig zum Zeitungsverkäufer zurück und werde von ihm löblich wieder erkannt. Ich investiere meinen Batzen und schwirre ab. Schon wieder meldet sich mein Inneres: Hast Du seine Not wahrgenommen oder einfach dein Gewissen beruhigt? Erneut gehe ich zurück: „Noch wertvoller als mein Geldstück ist, wenn ich für sie bete, dass sie einen Job kriegen.“ Etwas frustriert nehme ich zur Kenntnis, dass er gar keinen sucht und eigentlich ganz glücklich ist so. „Wenn sie einen Wunsch offen hätten bei Gott, was würden sie sich wünschen?“ frag ich. Seine Antwort kommt wie aus einer Pistole: „Ich möchte sehr reich werden!“ Darauf meine ich: „Wissen sie, den grössten Reichtum, den ein Mensch haben kann, ist Frieden mit Gott. Genau dafür bete ich jetzt für sie, UND dass Gott sie reich beschenkt!“ Auf dem Trottoir bete ich für ihn und verschwinde diesmal endgültig im Bahnhof. Januar 2009
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